Grundlagen der Fotografie – Teil 4: Das RAW-Format


Das RAW-Format (englisch = Roh) ist eigentlich kein Datei-Format, sondern ein Sammelbegriff für die unterschiedlichen Dateiformate der Kamerahersteller. Das führt dazu, dass man geeignete Programme der Hersteller oder RAW-Konverter benötgt, um das jeweilige RAW-Format am Rechner nutzen zu können. Aber dazu später mehr.

Warum sollte man nun also das RAW-Format nutzen? Kurz und knapp kann man sagen, dass man einfach größere Möglichkeiten hat ein Bild nachzubearbeiten. Eine RAW-Datei liefert grundsätzlich mehr Bilddetails als JPEG-Dateien, weil RAW-Aufnahmen alle Informationen enthalten, die der Bildsensor bei der Aufnahme erfasst. Mit JPEG-Dateien liegen also bereits bearbeitete Bilder vor. Das bedeutet, dass die Kamera an dem jeweiligen Bild bereits Weißabgleich, Farbsättigung, Kontrast, Schärfung, Rauschreduzierung und Kompression vorgenommen hat. Beim RAW-Format wirken sich wiederum nur die ISO-Geschwindigkeit, die Verschlussgeschwindigkeit und die Blendeneinstellung  auf die erfassten Pixel aus.
Der Satz zum Einrahmen: “RAW-Dateien sind also digitale Negative!”

Des Weiteren bietet das RAW-Format eine viel höhere Bildtiefe im Direktvergleich mit JPEG, da im RAW-Format die 3 Grundfarben getrennt gespeichert werden. Bei einer JPEG-Aufnahme steht lediglich eine Datentiefe von 8 Bit zur Verfügung, was 256 Farben pro Pixel entsprechen. Im RAW-Format stecken somit mit seinen 24 Bit bzw. 16,7 Millionen Farben pro Pixel deutlich mehr Bildinformationen. In der Nachbearbeitung kann man dank dieser unzähligen Bildinformationen vollstens kontrollieren, welche Einstellungen vorgenommen werden sollen.

So ist es beispielsweise möglich, dass man über die Belichtungs- und Farbkorrektur unterbelichtete Fotos, wenn sie im RAW-Format gespeichert wurden,  eine vernünftige Helligkeit einstellen kann. Übrigens bleibt das Original-Bild erhalten, da die Bildbearbeitung die vorgenommen wird getrennt von den Bildinformationen gespeichert wird. Die Grunddatei verändert sich dabei nicht.

Leider bringt das RAW-Format auch einen Nachteile mit sich. Die unkomprimierte Speicherung erfordert sehr viel Platz, sodass einerseits die Speicherkarte schneller voll wird und sich des Weiteren dadurch die Zeit für das Speichern der Bilder erhöht. Auch muss man die geeignete Software parat haben um überhaupt die Bilder über das RAW-Format am Rechner betrachten zu können. Eine Auswahl von Programmen die die Bearbeitung von Rohdaten ermöglicht, findet ihr hier.
Inzwischen unterstützt eine ganze Reihe vor allem professioneller Kameras auch das einheitlichen RAW-Format “DNG“.

Zusammengefasst empfehle ich das JPEG-Format jedem (Hobby-)Fotografen der rasch und bequem Fotos schießen will, sowie ohne Komplikationen sich schnell und platzsparend die Bilder am seinen Heimrechner ansehen möchte. Wer allerdings das qualitativ Beste aus seiner Kamera herausholen möchte und auch nicht davor zurückscheut die Bilder am Computer nachzubearbeiten, der wird an dem RAW-Format seine Freude haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: