Foveon Workflow: Wie High-ISO-Nutzbarkeit verbessern?


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Jeder hat schon mal gehört dass der Foveon-Sensor eher schlecht für Situationen geeignet ist, in denen hohe Empfindlichkeiten gefragt sind. Je weiter man an der ISO-Schraube dreht, umso weniger bleibt von der atemberaubenden Schärfe übrig. Aus diesem Grund benutzen viele Perfektionisten ihre Sigma-Kameras im Empfindlichkeitsbereich von ISO100 bis 400 und in seltensten Fällen bis maximal ISO800. Wenn ich Farbfotos schieße gehe ich ähnlich vor. Bei Schwarzweiß-Aufnahmen scheue ich mich aber nicht davor ISO1600 oder sogar 3200 zu verwenden. Wieso?

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Was die wenigsten Fotografen wissen, die keine Erfahrung mit dem Foveon haben, ist, dass die Blauschicht wesentlich mehr Licht abbekommt, als die grüne und rote Schicht (Hier habe ich die Funktionsweise des Foveons mit der des Bayer-Sensors vereinfacht verglichen). In der Praxis bedeutet das, dass die Blauschicht fast an das Rauschverhalten aktueller Bayer-Sensoren herankommt, und dass das meiste Rauschen aus den roten und grünen Farbkanälen stammt. Während man im Kampf gegen das Rauschen die zwei Grundfarben nicht entsättigen kann, wenn man auf Farbaufnahmen aus ist, kann man das bei Schwarzweiß-Fotos problemlos machen. Was dabei herauskommt ist ein wesentlich rauschärmeres Bild. Als Beispiel ein ISO3200 Foto, welches ich mit der DP3 Merrill gemacht habe:

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Die Farbaufnahme sieht gelinde gesagt fragewürdig aus. Das erste SW-Foto ist wesentlich brauchbarer, die SW-Variante wo nur die Information aus der Blauschicht verwendet wird, sieht noch viel rauschärmer aus. Man glaubt kaum, dass es sich dabei um ein mit ISO3200 aufgenommenes Foveon-Foto handelt. Diese enorme Verbesserung des Rauschverhaltens ist wahrscheinlich der Grund für den Monochrom-Modus im Sigma Photo Pro.

Das gleiche kann man natürlich auch mit anderen Programmen machen, wie Lightroom, Photoshop oder GIMP, nachdem man mit SPP aus RAWs JPGs/TIFFs gemacht hat. Was man tun muss, ist Grün und Rot zu entsättigen. Ich weiß jedoch nicht, ob man so die gleiche Qualität wie mit SPP erhält.

Was ich mache nachdem ich die SW-TIFFs exportiert habe, ist sie mittels Lightroom etwas aufzubohren. Je nach Geschmack etwas mehr Helligkeit, Kontrast, Belichtung, usw.

Mein Rat an Foveon-Nutzer lautet daher: scheut euch nicht davor ISO1600 und 3200 zu verwenden. Umwandelt man die Fotos in Schwarzweiß und benutzt man nur die sauberere Information aus der Blauschicht, lassen sich auch mit dem Foveon wunderschöne High-ISO-Fotos verwirklichen.

Im Folgenden findet ihr einige SW-Aufnahmen, die ich auf diese Weise bearbeitet habe und meine neuesten ISO100 Fotos, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. 🙂

Sämtliche Fotos könnt ihr euch auf Flickr in voller Auflösung anschauen!
Sigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP2 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 MerrillSigma DP3 Merrill Weitere DP3M-Fotos findet ihr auf Pinterest oder im Flickr-Album.

  1. Schöne Fotos =)

    Aber ich muss dich da etwas dämpfen in deiner „Freude“. Ich kann meine a99, in Schwarz Weiß, problemlos bis ISO 25’600 einsetzen 😀

    Hier mal 2 Beispielfotos bei 25k mit Farbe


    Klar Rauschfrei sind die bei weitem nicht 😀 weit entfernt, aber dafür das noch Farbe drin ist finde ich, für 25k, das Ergebnis garnicht schlecht. Zumal ich mit dem SLT-Spiegel das schlechteste Rauschverhalten aller aktuellen Vollformat habe.

    Ich kenne >=3200 nur Testfotos 😀 ich habe da noch kein ernsthaftes Foto gesehen.

    Ich habe mal meine Gesamte Foto Sammlung (ca. 30’000 Fotos der bestimmt letzten 10 Jahre oder so) durchsucht und geschaut welche Fotos bei einem so hohen ISO-Bereich entstanden sind. Das waren genau 2, beide bei ISO 6400


    Und beide nicht wirklich Atemberaubend. Zumal man bei 100% das rauschen deutlich sieht, das heisst die Bilder taugen höchstens noch für Bildschirmfüllende Darstellung in FullHD

    Also mach dir keinen Kopf 😀 ich kann mich noch gut erinnern da damals ein ISO 400 Film für „Sport“ aufnahmen gedacht war 😀 aber damals musste man auch noch was können um zu fotografieren 😛

    Antwort

    1. In schwarz weiß sind die Bilder übrigens top!

      Lieber Schwarz Weiß als gar kein Foto .

      Antwort

      1. Vielen Dank! So sehe ich das auch. Mit dem beschriebenen Workflow kann man noch einiges aus dem Foveon herauskitzeln. Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. 🙂

    2. Die zwei Fotos sind stark komprimiert, sodass ich nicht sagen kann wie gute das Rauschverhalten ist. Es sollte aber klarerweise um einiges besser als beim APS-C Foveon oder Bayer sein. Bei fast 2,5 Mal mehr Fläche erwarte ich auch ein deutlich besseres Rauschverhalten.

      Bzgl. „Ich kenne >=3200 nur Testfotos“: Da Tage jetzt kürzer sind, ist es dunkel wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Die nächste Fotoserie wird aus ISO3200/6400 Bildern bestehen. 😉

      Antwort

      1. Ich wende die Rauschunterdrückung bewusst so an, das die auf 2 Megapixel Skaliert das beste Bild geben.

        Rauschunterdrückung ist eine Wissenschaft für sich 😀 je nachdem welche Farben ich im Bild habe und wie stark das Rauschen ist greife ich auch zu anderen demosaicing alorithmen 😀

        Wenn ich also ein Bild auf 2 Megapixel herunter skaliere, wird die Rauschunterdrückung so gewählt das sie bei 2 Megapixel das beste Bild ergibt.

        Das hier ist z.b. noch in Original Größe: http://imageshack.us/a/img62/9459/aq45.jpg

        Da kann man sehr gut sehen, bei 2 Megapixel ein einwandfreies Bild und bei 100% ansicht eben bei weitem nicht mehr.

        Da habe ich schlichtweg vergessen das herunter zu skalieren und da sieht man bei 100% schon das es nicht ganz sauber ist sondern das da vor allem an Detail-reichen kanten noch einiges an rauschen zu sehen ist. Über Rauschunterdrückung kann man da lange diskutieren 😀 ich entscheide das immer Spontan nach Bild.

        Aber die Canon hat da definitiv weniger gerauscht, muss ich zugeben. die hatte zwar eine Miserable Dynamik und kaum Features aber das war ein Low-ISO Monster

        Das hier ist zwar leider auch kleiner (die bilder sind einfach zu groß zum voll hochladen :D) aber für 6400 finde ich das voll in Ordnung: http://imageshack.us/a/img39/4079/nymph.jpg und das hier entstand bei 3200 bei der Sony: http://imageshack.us/a/img837/499/dsc01146jp.jpg und da ich nie über 3200 gehe reicht mir das zu 100% aus. Ganz selten mal, wenn ich weis das es sich lohnt, gehe ich auf 6400 aber das wars dann auch.

        Und ein 2 Megapixel Bild reicht noch für einen Einwandfreien Ausdruck auf DIN A4 bei 150dpi aus.

        Und für die Qualitätsfaschisten kann man das Bild auch auf 8 Megapixel skalieren, ist dann immer noch einwandfrei und reicht für einen 300dpi Druck auf DIN A4. Da ich nur einen DIN A4 Drucker besitze und ansonsten nur einen 2 Megapixel FullHD Monitor, der bei einer Armlänge Entfernung die Auflösung meiner Augen so oder so übersteigt, wende ich die Rauschunterdrückung gezielt hierfür an =)

        Und da ich im RAW Fotografiere kann ich mir das immer anders überlegen =)

        „My Name is Vamp898 and i shoot RAW“

        😀

      2. Ich wende die Rauschunterdrückung bewusst so an, das die auf 2 Megapixel Skaliert das beste Bild geben.

        Rauschunterdrückung ist eine Wissenschaft für sich 😀 je nachdem welche Farben ich im Bild habe und wie stark das Rauschen ist greife ich auch zu anderen demosaicing alorithmen 😀

        Wenn ich also ein Bild auf 2 Megapixel herunter skaliere, wird die Rauschunterdrückung so gewählt das sie bei 2 Megapixel das beste Bild ergibt.

        Das hier ist z.b. noch in Original Größe: http://imageshack.us/a/img62/9459/aq45.jpg

        Da kann man sehr gut sehen, bei 2 Megapixel ein einwandfreies Bild und bei 100% ansicht eben bei weitem nicht mehr.

        Da habe ich schlichtweg vergessen das herunter zu skalieren und da sieht man bei 100% schon das es nicht ganz sauber ist sondern das da vor allem an Detail-reichen kanten noch einiges an rauschen zu sehen ist. Über Rauschunterdrückung kann man da lange diskutieren 😀 ich entscheide das immer Spontan nach Bild.

        Rauschunterdrückung im Sinne von Detail glattbügeln interessiert mich nicht so sehr. In so gut wie allen Fällen benutze ich nur etwas Chroma-NR, den Regler für Luminanz-NR rühre ich nie an. Diese Sache mit dem Blaukanal interessiert mich nur deswegen weil es praktisch „for free“ ist. Zwar sind die Grautöne etwas weniger geschmeidig, es rauscht aber um einige ISO-Stufen weniger.

        Das hier ist zwar leider auch kleiner (die bilder sind einfach zu groß zum voll hochladen 😀 ) aber für 6400 finde ich das voll in Ordnung: http://imageshack.us/a/img39/4079/nymph.jpg und das hier entstand bei 3200 bei der Sony: http://imageshack.us/a/img837/499/dsc01146jp.jpg und da ich nie über 3200 gehe reicht mir das zu 100% aus. Ganz selten mal, wenn ich weis das es sich lohnt, gehe ich auf 6400 aber das wars dann auch.

        Das sieht wirklich gut aus für ISO6400 bzw. 3200.

        Und da ich im RAW Fotografiere kann ich mir das immer anders überlegen =)

        Das ist m.M.n. der richtige Ansatz. Bei einer Kamera mit großem Sensor lohnt es sich nicht JPG zu fotografieren. Da kann man gleich zu einem Smartphone greifen.

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