Laut psychologischer Studie führt Fotografieren zu Gedächtnisschwäche


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Erinnert sich einer von euch noch an die Zeit wo man Telefonnummern und viele weitere Daten auswendig kennen musste? Es ist gar nicht so lange her, mir kommt es aber so vor, als wäre es in einem früheren Leben gewesen. Wer kennt im Zeitalter des Smartphones die Nummern seiner 10 engsten Freund noch auswendig? Im 21. Jahrhundert verlassen wir uns so sehr auf Technologie Informationen für uns zu speichern und aufzubewahren, dass das Gedächtnis dabei wie ein Muskel, der nicht beansprucht wird, atrophiert und mit der Zeit mehr und mehr an seiner Leistungsfähigkeit verliert. Das ist aber nicht der einzige Grund, wieso wir uns ohne technische Hilfsmittel immer schlechter an verschiedene an sich wichtige Ereignisse in unseren Leben erinnern können. Es liegt nämlich auch daran, dass wir selten zu 100% bei der Sache sind. Menschen sind bekanntlich nicht so gut beim Multitasking, obwohl sich viele einbilden es zu sein. Möchte man sich an etwas erinnern können, darf man nicht etwas anderes, wie etwa fotografieren, nebenher machen. Diese beim Fotografieren auftretende Gedächtnisschwäche hat bereits einen Namen. Dr. Linda Henkel, von der Fairfield University in Connecticut, die die folgende Studie geleitet hat, taufte sie den „photo-taking impairment effect“.

Worum ging es bei der Studie aber genau? Man schickte zwei Gruppen von Studenten auf die Tour des Bellarmine Kunstmuseums an der Fairfield University. Die Mitglieder einer Gruppe hatten die Aufgabe sich die Ausstellungsstücke anzuschauen und sich diese einzuprägen, während die Mitglieder der anderen diese fotografieren mussten. Am nächsten Tag wurden beide Gruppen einem Gedächtnistest unterzogen, mit dem Ergebnis, dass sich die Mitglieder der fotografierenden Gruppe wesentlich schlechter an Einzelheiten zur Museumstour und an Details der Ausstellungsstücke erinnern konnten.

Bevor wir aber die Alzheimer verursachenden Knipsen in die Tonne hauen, muss noch eins erwähnt werden: eine weitere Studie kam zum Ergebnis, dass konzentriertes Fotografieren, wobei man das Motiv genauer betrachtet und auf interessante Details „reinzoomt“ (gemeint ist wohl das Gegenteil von „Schnappschuss“) keinen negativen Effekt auf unser Erinnerungsvermögen hat. Hilfreich ist auch wenn man sich später die Fotos am PC anschaut, sie aussortiert und bearbeitet. Entscheidend ist also, dass man sich etwas länger mit den Fotos und der Situation bzw. dem Motiv auseinandersetzt.

Dennoch, wer einen besonderen, einzigartigen Moment wirklich erleben möchte, sollte mit Leib und Seele dabei sein und das Fotografieren jemand anderem überlassen, z.B. einem Profi-Fotografen. Die müssen auch von etwas leben. 😉

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