Webseitentipp: Photo Stealers, der ‚Wall of Shame‘ für Fotodiebe


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Für gewöhnlich schreibe ich auf meinem Blog über Foto-News und -Gerüchte, talentierte Fotografen, interessante Projekte und Techniken, sowie meine Bilder und Ausrüstung. Der Photo Stealers Blog gehört eindeutig nicht zu meinen üblichen Themen. Dennoch könnte die Seite für all diejenigen interessant sein, die sich über dubiose Praktiken und Fotodiebstahl im Netz informieren möchten. In Wahrheit sind so einige Fotografen keine. Manche laden sich Fotos anderer herunter und veröffentlichen sie 1:1 als eigene Werke. Andere wiederum bearbeiten die gestohlenen Fotos, sodass sie schwieriger auszumachen sind.

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Das schöne an der Seite ist, dass Corey Balazowich, der Blog-Admin, sorgfältig recherchiert bevor sie an die Öffentlichkeit tritt, um nicht auf Verdacht jemandes guten Ruf und Karriere zu zerstören. Sie macht sich große Mühe die Seite zu finden, von der die Fotos stammen, verlinkt sowohl diese als auch die Seite des Diebs und macht Screenshots. So kann sich der Dieb nicht durch Löschen von gestohlenen Fotos freisprechen. Und das haben so einige, über die sie berichtet hat, versucht. In so gut wie allen Fällen sind das keine „kleinen Fische“, sondern angebliche Profi-Fotografen, die Photo Stealers entlarvt. Viele geben sich als Hochzeitsfotografen oder als Foto-Gurus, die mit den schönen, geklauten Bildern Opfer für ihre Workshops locken, aus. Unter den entlarvten Urheberrechtsverletzern sind auch einige im Internet bekannte Namen. Jasmine Star und Doug Gordon z.B.

Es ist erschreckend wie weit verbreitet Fotodiebstahl zu sein scheint. Und ich wette das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    1. Hi Petra, ich verstehe nicht was du meinst.

      Antwort

  1. Interessante Seite, die aber wirklich nur die Spitze des Eisbergs (wie du schon vermutest) abbildet. Flickr z.B. (und bestimmt auch andere Foto-Sharing-Seiten) scheint unter Fotodieben eine Art Selbstbedienungsladen darzustellen. Ich habe ein Foto, das ich in Indien gemacht habe als Werbefoto für ein bestimmtes Hotel wieder erkannt. Auch gibt ein anderer Fotograf einige meiner Indien-Fotos als seine eigenen an, auch wenn es nur auf einer anderen Sharing-Seite ist. Fotoklau ist wohl schon ein ziemlicher Flächenbrand.
    Über die Google-Bilder-Rückwärtssuche kann man übrigens sehr leicht überprüfen, wo die eigenen Fotos im Netz noch auftauchen. So mache ich das jedenfalls.

    Antwort

    1. Kannst du kurz beschreiben wie das genau funktioniert? Ich hab das vor einiger Zeit mit TinEye versucht, aber so wie ich mich erinnere war es bei vielen Bildern äußert mühselig und zeitraubend. Geht das mit Googles Bildersuche schneller?

      Antwort

      1. Wenn du Google in der Bildersuche auf den kleinen Fotoapparat rechts im Suchen-Feld drückst, hast du die Wahl, ob du ein Foto hochladen willst oder die URL eingeben willst, um im Internet nach ähnlichen oder gleichen Fotos zu suchen. Ist im Prinzip eine Rückwärtssuche anhand von Inhaltsmerkmalen des Fotos. Umständlich ist es aber trotzdem, denn du musst immer noch jedes Foto einzeln prüfen. Wenn du aber z.B. die Flickr-URLs nimmst, geht es doch hinreichend flott. Wenn du Chrome als Browser nimmst, ist es noch einfacher, denn da musst du nur mit Rechtsklick auf ein Foto klicken und dann gibt’s dort die Option „In Google nach diesem Bild suchen“. Da sparst du dir die URL-Kopiererei bzw. das Hochladen. Selbst wenn das Bild Teil eine Collage ist, erkennt Google das recht zuverlässig.
        Ich hab das bisher auch nur stichprobenartig gemacht und bin durch Zufall darauf gestoßen, dass vor allem ein Foto (http://neugi85.wordpress.com/2013/03/22/indien-eine-kleine-galerie/100_0733/) munter überall verwendet wird, ohne dass ich danach gefragt wurde.

      2. Vielen Dank für den Tipp Paul. Leider würde auch die Suche mittels Chrome bei über 1500 Fotos, die ich auf Flickr habe, sehr lange dauern.
        Was hast du unternommen, nachdem du festgestellt hast, das dein Foto geklaut wurde? Warn-Mail? Mit Anwalt gedroht? Hat es etwas gebracht?

      3. Oha 1500 Fotos sind wahrlich zu viele für die Google-Methode.
        Ich hab gar nichts gemacht, da es mir den Aufwand nicht wert ist. Zumal die Websites alle in Indien registriert sind. Da ist schwer ranzukommen. Stattdessen habe ich mich entschieden, meine Fotos alle nur noch mit Wasserzeichen zu im Internet zu veröffentlichen.

      4. Kann ich gut verstehen, wenn du nichts machst. Ein Anwalt in Indien, der von einem Deutschen kontaktiert wird, wird höchstwahrscheinlich deutlich mehr verlangen, als man sich erhoffen vor Gericht an Schadensersatz zu bekommen.

        Bringt ein kleines Wasserzeichen in der Ecke überhaupt etwas? Ich meine, wer bereit ist ein Bild zu klauen, der wird vor einem kleinen Wasserzeichen nicht halt machen. Zur Not wird er das Foto einfach croppen.

      5. Ja, das stimmt schon, dass ein williger Dieb das Wasserzeichen dann entfernt. Aber genau diese Handlung wäre für mich dann das Zünglein an der Waage, vielleicht doch mal einen Anwalt zu bemühen. Denn dann ist ja wirklich kriminelle Energie nachweisbar.

  2. […] Photo Stealers Blog, auf dem Fotodiebe entlarvt werden, habe ich bereits im Dezember letzten Jahres berichtet. Nach dem Lesen einiger Beiträge konnte ich kaum glauben wie unverschämt viele […]

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