105mm f/0.75: zu „bokehlicious“, um wahr zu sein?


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Während meiner heutigen Surf-Session bin ich auf diesen Artikel von Petapixel gestoßen, in dem es um den Fotografen Jason Ahrns und das kuriose 105mm f/0.75 Objektiv des niederländischen Optikherstellers „De Oude Delft“ geht. Beim Recherchieren über Polarlichter, für seine Dissertation, entdeckte Ahrns das besagte Objektiv in den Archivschränken der Forschungsgruppe, mit der er zusammenarbeitet. Da solche Objektive erfahrungsgemäß ein kleines Auflagemaß voraussetzen, zerlegte er eine NEX3, um mit der Objektivrückseite näher an den Sensor herankommen zu können. Leider überlebte die arme NEX den „Umbau“ nicht. 😛 Es blieb ihm daher nichts anderes übrig als es mit seiner D610 im Liveview-Modus zu versuchen. Doch auch das stellte sich als problematisch heraus, da das Riesenobjektiv ohne Fokusring und Bajonett daherkommt, und somit weder an die Kamera angeschlossen noch vernünftig fokusiert werden kann. Um den Fokusbereich zu verschieben, musste das ganze Objektiv vor und zurück bewegt werden, während dabei die Objektivrückseite sehr, sehr tief in den Spiegelkasten der DSLR hineinragte. Klingt wie eine toller Weg um den Sensor zu zerkratzen? Ist es auch! Was tut man aber nicht alles im Namen der „Bokehliciousness“? 😉

Big lens

© Jason Ahrns

Der fehlende Fokusring ist aber längst nicht der einzige Haken an diesem Objektiv. Wie es sich herausgestellt hat, ist der Fokusbereich, wie bei vielen Spezialoptiken, sehr begrenzt. In den Comments auf Petapixel wird spekuliert dass es sich hierbei um ein Objektiv für Röntgenaufnahmen handelt, die üblicherweise auf den Nachbereich optimierte Rechnungen haben. Mit solchen Objektiven lässt sich ohne Adapter mit Korrekturlinsen auf der Objektivrückseite einfach nicht auf weiter entfernte Motive scharfstellen, da dafür der Sensor mitten im Objektiv sein müsste.

Die Moral von der Geschicht lautet daher: wenn ein Objektiv zu „bokehlicious“ ist, um wahr zu sein, sollte man sich immer fragen wo der Haken ist. 😉

Hier ist eine Aufnahme, die Ahrns mit dem Objektiv gemacht hat:

Leaves and berries

© Jason Ahrns

Wirklich schade das man keine Porträts damit aufnehmen kann.

  1. […] ist das 105mm f/0.75 vom niederländischen Optikhersteller De Oude Delft, über welches ich hier berichtet habe. Einen weiteren Lichtriesen, das IRTAL Super-Fast 200mm f/1.0 vom britischen […]

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