Holzgriffe verkaufen keine Kameras – Hasselblad schließt das Designzentrum in Italien


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Was haben wir Fotografen gestaunt, als Hasselblad in Juli 2013 die „Stellar“ angekündigt hat – eine Sony RX100 mit leicht verändertem Design, inkl. Griff aus edlem Holz, zum dreifachen Preis des Originals. Vielleicht wäre die Rebranding-Strategie erfolgreicher gewesen, hätte man die RX100 Mk II, die bereits einen Monat davor vorgestellt wurde, statt der zu dem Zeitpunkt „veralteten“ Mk I als Basis für die „Stellar“ genommen. Vielleicht aber auch nicht. Mehr Erfolg scheint ‚Blad‘ mit der Lunar, einer gepimpten NEX-7, und der HV, einer umgelabelten A99, auch nicht gehabt zu haben. Veredelung von massengefertigten Kameras, um sie exklusiver und um Faktoren teurer zu machen, wirkt wie es aussieht nicht nur auf mich wie eine Vermarktungsstrategie, die dem gesunden Hausverstand widerspricht. 😉

Stellar1

Bildquelle: Hasselblad

Wie Photoscala.de nun berichtet, hat Hassleblad das Designzentrum in Treviso, Norditalien, welches für das Rebranding und die Neugestaltung von Sony-Kameras verantwortlich war, bereits in Mai 2014 geschlossen.

Was mich in diesem Zusammenhang brennend interessiert, ist, wie erfolgreich ist Leica mit dem Verkauf umgelabelter Panasonic-Kompaktkameras?

  1. Ich kann die Leute nicht „verstehen“, die sich eine solche Kamera kaufen. Ja, sicherlich werden die Kameras von Leica und Hasselblad etwas besser als die Originale sein. Dieser Qualitätsvorsprung wird aber sehr maginal ausfallen.
    Bei solchen Kameras geht es nicht mehr um die Technik, es geht ums Prestige und in letzter Zeit ecke ich zunehmend an mit den Produkten, die immer mehr auf den Hype „Apple“ setzen. Egal wo man hinkommt, gibt es Umfragen hier oder dort. Fast immer geht es eigentlich nicht um die Sache, sondern um das Image, was die Firma aufgebaut hat. Ich kaufe ein Auto und schon werde ich mit Umfragen gelöchert ob ich mich in meinem Freundeskreis damit wohlfühle. Unglaublich!!!!!!
    Sind denn die überwiegenden Fotografen nicht selbstbewußt sich eine Kamera zu kaufen, welche nicht viel her macht?
    – Die Kunden wollen aber eine große Ausrüstung sehen, kommt es dann.
    Ich werde in Foren oft ausgelacht, wenn ich gegen große, schwere Objektive bin, weil sie vor Jahren doch noch so schön klein waren.
    Dann kommt es auch öfters rüber je größer das Objektiv, umso besser die Qualität. Völliger Quatsch!!!! Ein Objektiv muss nicht 2 kg wiegen damit die Qualität stimmt. Wenn ich ins Archiv schaue, und im Internet Bilder sehe, welche mit alte Objektiven z.B. an der Sony a7 gemacht wurden, dann sind diese „Brummer“ doch eher was zum Angeben.
    Natürlich ein schöner Holzgriff liegt bestimmt gut in der Hand….aber für so einen Preis?
    Inzwischen hab ich auch eine a7 und ich bin nicht so glücklich mit dem Griff. Aber ich halte sie ja nicht den ganzen Tag und für mich zählt dann doch die Bildqualität mehr als die Haptik. Für einen externen ergonomischen Holzgriff ala Hasselblad würde ich vielleicht 50,-Euro ausgeben.

    Übrigens der Laden hat zugemacht, aber Hasselblad soll angeblich die Dinger weiter anbieten. (Sicherlich sind noch so viele Exemplare auf Halde produziert)

    Antwort

    1. Ich kann die Leute nicht “verstehen”, die sich eine solche Kamera kaufen. Ja, sicherlich werden die Kameras von Leica und Hasselblad etwas besser als die Originale sein. Dieser Qualitätsvorsprung wird aber sehr maginal ausfallen.

      Schaut man sich die Leicas, die auf den Panasonics aufbauen, so sind die letzteren sogar besser. „Pana-Leicas“ haben üblicherweise ein eckiges Gehäuse ohne Griff, wohingegen die Panas immer einen recht ergonomischen Griff haben. Alles andere, wie Sensor, Bildprozessor, Puffer, Objektiv ist sowieso gleich. Die Hasselblad-Sonys haben zwar diesen Holzgriff (die Sonys RX100en haben keinen), die Preisdifferenz zu den Originalen ist aber noch deutlich größer, als zwischen den Pana-Leicas und den Panasonic Knipsen.

      Bei solchen Kameras geht es nicht mehr um die Technik, es geht ums Prestige und in letzter Zeit ecke ich zunehmend an mit den Produkten, die immer mehr auf den Hype “Apple” setzen. Egal wo man hinkommt, gibt es Umfragen hier oder dort. Fast immer geht es eigentlich nicht um die Sache, sondern um das Image, was die Firma aufgebaut hat. Ich kaufe ein Auto und schon werde ich mit Umfragen gelöchert ob ich mich in meinem Freundeskreis damit wohlfühle. Unglaublich!!!!!!

      Der Foto-Markt ist mittlerweile genauso gesättigt wie der Auto-Markt. Zusätzlich ist die Technik so gut, dass sich Hersteller nur noch über Image und Prestige von Mitbewerbern abgrenzen können.

      Sind denn die überwiegenden Fotografen nicht selbstbewußt sich eine Kamera zu kaufen, welche nicht viel her macht?
      – Die Kunden wollen aber eine große Ausrüstung sehen, kommt es dann.

      Das Blatt wendet sich. Lange Zeit wurden DSLRs, wie du sagst, genau deswegen gekauft. Mittlerweile steigen die Verkaufszahlen der MILCs auf kosten der DSLRs.

      Dann kommt es auch öfters rüber je größer das Objektiv, umso besser die Qualität. Völliger Quatsch!!!! Ein Objektiv muss nicht 2 kg wiegen damit die Qualität stimmt.

      Natürlich nicht, wenn das Objektiv nicht lichtstark sein soll. Ein f/1.4 Objektiv für Kleinbild muss aber sehr groß und sehr schwer sein, damit es schon ab Offenblende gut abbilden soll.

      Wenn ich ins Archiv schaue, und im Internet Bilder sehe, welche mit alte Objektiven z.B. an der Sony a7 gemacht wurden, dann sind diese “Brummer” doch eher was zum Angeben.

      Die meisten alten Objektive aus der analogen Ära machen keine besonders gute Figur auf neuen Sensoren mit sehr hohen Pixeldichten.

      Natürlich ein schöner Holzgriff liegt bestimmt gut in der Hand….aber für so einen Preis?

      Wenn ich ehrlich bin, so finde ich andere Materialien deutlich angenehmer. Holz ist im Hinblick auf Haptik Gummi und Plastik deutlich unterlegen. Holz ist vor allem schön anzuschauen. Insofern möchte Hasselblad das man die Kamera kauft, in die Vitrine stellt und von Zeit zu Zeit bewundert. Das Problem liegt aber darin, dass die meisten Interessenten diese Kameras mit Holzgriffen als hässlich wahrnehmen.

      Inzwischen hab ich auch eine a7 und ich bin nicht so glücklich mit dem Griff. Aber ich halte sie ja nicht den ganzen Tag und für mich zählt dann doch die Bildqualität mehr als die Haptik. Für einen externen ergonomischen Holzgriff ala Hasselblad würde ich vielleicht 50,-Euro ausgeben.

      Ich glaube nicht dass der Holzgriff a la Hasselblad ergonomischer wäre. Wie schon gesagt, Holz ist schön anzuschauen, es ist aber hart und rutschig.

      Übrigens der Laden hat zugemacht, aber Hasselblad soll angeblich die Dinger weiter anbieten. (Sicherlich sind noch so viele Exemplare auf Halde produziert)

      Der Laden war eine reine Designabteilung. D.h. Kameras werden irgendwo anders produziert. Wahrscheinlich in China. Was ich mich frage, ist, wurden Designs für zusätzliche Sony-Kopien „auf Halde produziert“? Z.B. RX1, A7er, usw?

      Antwort

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