Lightroom 6 und die GPU-Verlangsamung


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Als ich Anfang letzten Jahres von Lightroom 3.5 auf 5.6 geupdatet habe, bemerkte ich bereits nach wenigen Fotos, dass die neue Version bei mir langsamer läuft. Eigentlich sollte eine neue Version einer Bildbearbeitungssoftware noch besser optimiert und performanter sein als die alte. Zumindest sofern sich nichts an der Fotoausrüstung, wie etwa die Anzahl der MP und die Dateigröße, geändert hat – was bei mir auch nicht der Fall war, da ich sowohl vor, als auch nach dem Update die Merrills im Einsatz hatte. Ich hegte die Hoffnung auf eine Performancesteigerung mit der Version 5.7 – doch daraus wurde leider nichts. Im Nachhinein bin ich sogar glücklich, dass 5.7 bei mir genauso schnell/langsam läuft wie 5.6. Denn wie seit dem Release in einschlägigen Foren zu lesen ist, läuft 5.7 bei manchen Fotografen deutlich langsamer als die Vorgängerversion. Man würde meinen, dass Adobe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und dass zumindest die nächste Version mit der runden Zahl nicht nur durch neue Features, sondern auch durch eine deutlich bessere Performance glänzen würde. Doch wie ich heute Abend auf heise.de lesen konnte (ich weiß, ich bin etwas spät dran), ist LR 6 noch deutlich langsamer als 5.7. Und das trotz (oder gerade wegen?) der gehypten GPU-Beschleunigung.

Adobe-Lightroom-logo

Im besagten Heise-Artikel wurde zudem erwähnt, dass Capture One schon seit der Version 7 ein Teil der Berechnungen auf die GPU auslagern kann. Liege ich richtig in der Annahme, dass in der aktuellen Version die GPU-Beschleunigung noch besser implementiert ist? Da ich schon seit einem Jahr, oder vielleicht noch länger, viel Gutes über Capture One höre und lese, werde ich die 30-tägige Testversion herunterladen und schauen ob das Programm hält was es verspricht. Blind kaufen werde ich es nicht, denn es ist recht teuer für einen RAW-Konverter. Bei den Lizenzoptionen mit Single-/Multiuser und der Anzahl der „Seats“ blicke ich nicht ganz durch.

  1. Hi Lars!

    Ja, die Lightroom-Performance macht gerade die Runde im Netz. Hast du dir schon das Update des Artikels hier gelesen? Da wird konkretisiert, dass sich die Performance-Steigerung nur auf gewisse, kleinere Bereiche auswirken soll.

    Ich weiß gerade nicht genau, was für eine Grafikkarte in meinem Rechner steckt, eine Nvidea GeForce 5xx irgendwas, aber ich empfinde LR6 als deutlich schneller gegenüber LR5. Sie haben den Import+DNG-Konvertierung geändert – die Fotos kommen erstmal als Original-RAW rein und werden kurz danach konvertiert – so hat man eine schnelle Übersicht oder kann schon mit dem Sortieren anfangen. Vorher wurde erst konvertiert und dann angezeigt.

    Auch die Bibliotheksansicht läuft bei mir flüssiger. Große Bildermengen mit kleineren Thumbnails rollen wesentlich flüssiger durch.

    Aus Bequemlichkeit habe ich Capture One noch keine echte Chance gegeben. Die Sache mit den Single/Multi-User Seats ist recht einfach – dasi ist schlicht eine zu komplizierte Ausdrucksweise dafür, an wievielen Rechnern du die jeweilige Lizenz installieren darfst. „Single User – 2 Seats“ bedeutet, dass du nur eine Person bist und das Ding auf den Deskop-Rechner sowie auf den Laptop hämmern darfst.

    Gruß,
    ml

    Antwort

    1. Hi Mario,

      das ist sehr interessant. Weißt du zufällig welche Filter/Schieber beschleunigt werden?

      Sie haben den Import+DNG-Konvertierung geändert – die Fotos kommen erstmal als Original-RAW rein und werden kurz danach konvertiert – so hat man eine schnelle Übersicht oder kann schon mit dem Sortieren anfangen. Vorher wurde erst konvertiert und dann angezeigt.

      Auch die Bibliotheksansicht läuft bei mir flüssiger. Große Bildermengen mit kleineren Thumbnails rollen wesentlich flüssiger durch.

      Ich fotografiere RAW+JPG, um die riesigen X3Fs schnell sortieren zu können. In SPP würde würde das Ganze sehr lange dauern. Aber auch LR 5.7 ist in dieser Hinsicht nicht besonders schnell. FastStone ist bspw. um mehrere Größenordnungen schneller. Dass nur das eingebettete JPG bzw. das normale JPG angezeigt wird, stört mich nicht weiter.

      Die Sache mit den Single/Multi-User Seats ist recht einfach – dasi ist schlicht eine zu komplizierte Ausdrucksweise dafür, an wievielen Rechnern du die jeweilige Lizenz installieren darfst. “Single User – 2 Seats” bedeutet, dass du nur eine Person bist und das Ding auf den Deskop-Rechner sowie auf den Laptop hämmern darfst.

      Eine solche Beschränkung habe ich bei der Retail-Version von LR bisher nicht festgestellt.

      Gruß
      Lars

      Antwort

      1. Nicht ganz einfach zu sagen, was im Detail da beschleunigt wurde. Mein Gefühl hakt bei drei Punkten ein:

        1. Die Vorschau von Presets. Ich habe in der Liste Presets von Vintrochrome, die bisher eine halbe bis eine Sekunde brauchten zwischen dem Mouse-Hover und der Simulation in der Vorschau. Das geschieht jetzt fast in Echtzeit.

        2. Das Laden/Rendern des Bilds an sich, wenn man von der Bibliothek ins Entwickeln-Modul kommt. 36MP-DNGs werden äußerst schnell gerendert und brauchen praktisch keine zusätzliche Zeit mehr, wenn man sofort in die 1:1-Ansicht zoomt.

        3. Die Transformieren-Regler bei den Objektivkorrekturen. Hier konnte man bisweilen einen winzigen Ruck spüren, wenn man den Regler angefasst und bewegt hat – jetzt wird das Bild sofort und ohne Verzögerung verzerrt. Scheint auch für die Aktualisierung der Vorschau zu gelten, wenn man mit den Freistellungswerkzeugen arbeitet.

        Wie gesagt, das ist meine subjektive Wahrnehmung. Punkt 2 würde auch der Aussage von Heise widersprechen. Objektiv betrachtet, würden alle drei Punkte aber Sinn ergeben, da dies am ehesten Prozesse sind, die man an die GPU auslagern würde.

        Stimmt, FastStone ist aufgrund dieser Technik bekannt dafür, extrem „fast“ zu sein. Für die Verwaltung und Sortierung reicht das eingebettete JPG ja auch vollkommen, wie du schreibst.

        Und was die C1-Beschränkung der Seats angeht – nein, bei LR wüsste ich von so etwas auch nicht, habs aber ebenfalls nie ausprobiert.

        Gruß,
        Mario

      2. Wie gesagt, das ist meine subjektive Wahrnehmung. Punkt 2 würde auch der Aussage von Heise widersprechen. Objektiv betrachtet, würden alle drei Punkte aber Sinn ergeben, da dies am ehesten Prozesse sind, die man an die GPU auslagern würde.

        Gerade beim 2. Punkt denke ich, dass die Festplatte/SSD der Flaschenhals ist. Der Massenspeicher ist seit jeher die langsamste Komponente eines Rechners. Der Großteil der Wartezeit ist höchstwahrscheinlich auf das erstmalige Lesen der Daten auf der HDD/SSD und das Kopieren in den RAM zurückzuführen. Alles was danach folgt (Punkte 1 und 3), ist von der Leistung der CPU/GPU abhängig, da die Daten bereits im schnellen RAM sind. Außer es ist nicht genug RAM vorhanden, sodass während die Berechnungen durchgeführt werden, ein Teil der Daten auf die lahme HDD/SSD ausgelagert werden muss. Das sollte aber bei Rechnern mit 8 GB und mehr Arbeitsspeicher nicht vorkommen.

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