Extraordinäre Fotografie


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I Fink U Freeky – ist wohl das populärste Vide-Beispiel des amerikanischen US-Fotografen Roger Ballen, der sich seit den 1970er Jahren in Afrika lebend den abgelegenen Dörfern der Weißen zuwendet. Die Dorps bestehen aus ärmlichen Häusern, die er zuerst – durch sein Geologie Studium geleitet – fotografisch von außen und später von innen festhielt. Sein wohl bekanntestes Doppelportrait heißt Dresie und Casie.

Er drehte das Musikvideo zu I Fink U Freeky  im Jahr 2013, indem die Gruppe Die Antwoord auf obszöne Art und Weise in schwarz weiß gehüllt performt und wurde dadurch sehr bekannt. Das Video spiegelt die für uns absurde Ästhetik seiner Fotografien wieder und zeigt die Künstler fast nackt in unschönen Szenerien wie mit Ratten.

Im Laufe seiner Karriere wendete er sich immer wieder verbotenen Plätzen, wie den Shadow Chamber, Boarding House oder Asylum zu. Entgegen der konventionellen Dokumentarfotografie zeigt er fiktionale Inszenierungen, der dort wohnenden Menschen. Seine Bilder dringen stark in die Psyche der Menschen ein und offenbaren die privaten Räume der Menschen in einem unkonventionellen Kontext. Sein Grundsatz besteht darin grundlegende Aspekte des Daseins der Menschen zu hinterfragen und künstlerisch hervorzubringen. Mit diesen Werken zeigt sich sein politischer Anspruch: Weiße, die am Rand der Gesellschaft leben, setzen einen starken Gegensatz zum Bild der Apartheid.

Die Ästhetik seiner Fotografien erinnert stark an Zeichnungen – eine faszinierende Art der Darstellung von Menschen in ihrem Umfeld. Beispielsweise zeigt seine Bildserie „asylum of the birds“ obskure Motive, wie einem Mann mit Maske, der einen Vogel im Mund hat. Auch Umgebungen, wie Wände mit unheimlich aussehenden Zeichnungen und abstrakt wirkenden Masken, sowie Strichmännchen darauf zeigen eine Randgesellschaft auf die kunstvolle Art. Der Betrachter erkennt kaum ob es sich um eine Zeichnung oder eine Fotografie handelt, so dass das Dreidimensionale durch die Wandzeichnungen und Masken untergraben wird. Gruselig – ja, aber ein Aufrütteln der herkömmlichen Gesellschaftsbilder in Afrika.

Der seit 40 Jahren aktive Fotograf lebt noch heute in Afrika und ist mittlerweile weltbekannt. Seine zahlreichen Ausstellungen lassen sich überall auf der Welt und in Europa betrachten und erzählen faszinierende Geschichten, die es sich auf jeden Fall lohnt, einmal anzusehen.

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Fotos: Roger Ballen

  1. Vielen Dank, für diesen absolut sehenswerten Beitrag.

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