U-Bahn-Romantik fotografiert von Andre D. Wagner


Wenn man, so wie ich, in einer Großstadt lebt und fast täglich auf öffentliche Verkehrsmittel  angewiesen ist, zählen diese oft nicht wirklich zu den Dingen des Alltags, die man gerne hat. U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse haben im Laufe der Jahre einen ziemlich schlechten Eindruck bei mir hinterlassen. Sie sind entweder zu voll, sie stinken, es ist zu heiß, es ist zu kalt, sie verspäten sich, sie sind voller Menschen, mit denen man eigentlich nicht auf so engem Raum beisammen sein will usw.
Wie ihr seht, ich und die öffentlichen Verkehrsmittel stehen meist nicht auf bestem Fuß miteinander. Nichtsdestotrotz bin ich, wie ihr in mehreren Beiträgen hier auf dem Blog vielleicht schon bemerkt habt, Fan von Fotoprojekten, die sich mit Alltags- und Straßenszenen beschäftigen, insbesondere auch mit jenen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln stattfinden.

Die Fotos von Andre D. Wagner haben mich in letzter Zeit besonders beeindruckt. Im Zuge der Veröffentlichung seines Fotobuchs („Here for the Ride“) wurde in der New York Times ein Beitrag über ihn und seine Arbeit publiziert. Im Interview mit der NYT erzählt er viel über das, was er in den Bildern, die er vorwiegend in der U-Bahn New Yorks  macht, wahrnimmt und was er dabei empfindet. Er spricht auch über die Emotionen und Geschichten, die er in den Momentaufnahmen sieht, und die vielen kleinen Akte der Menschlichkeit, die er im Wirbel der Großstadt und insbesondere im Mikrokosmos der U-Bahn wahrnimmt. Seine Bilder und die Momente, die er darin festhält, sind einem, sofern man schon einmal längere Zeit in einer Großstadt gelebt hat, keineswegs unbekannt. Ganz im Gegenteil, man kennt sie nur zu gut. Trotzdem wirken sie durch den Blick des Fotografen auf einmal ganz anders. Sie wirken schön, zumindest tun sie das für mich. Ich habe durch Andre D. Wagners Fotoserie gemerkt, dass  ich dem, was rund um mich passiert, wieder mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Von einem zum nächsten Ort hetzend bin ich oft gar nicht wirklich präsent, wenn ich im öffentlichen Raum unterwegs bin. Wahrscheinlich entgingen mir auf diese Weise schon viele solcher wunderschönen, harmonischen und interessanten Momente.

Lorimer Street, Brooklyn, New York, 2014

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Das Buch des Fotografen findet ihr übrigens HIER.

Instagram: https://www.instagram.com/photodre/?hl=de

 

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