Baobabs


Bao was? Das werden sich sicherlich einige von euch beim Lesen des Titels denken. Auch mir war dieser Name bis vor kurzem noch kein Begriff. Der deutsche Name „Affenbrotbaum“ jedoch ist mir wohl bekannt. Eine meiner Tanten hat einen dieser Exoten in ihrem Garten stehen und präsentiert uns diesen jedes Mal erneut voll Stolz. Dass dieser Baum etwas ganz Besonderes ist, wäre mir dabei jedoch nie in den Sinn gekommen. Vor kurzem habe ich dann einen Artikel über Madagaskar gelesen. Darin stand, dass die Baobabs von den Einwohnern Madagaskars als „Mutter des Waldes“ bezeichnet werden. Die Bilder von Pascal Maitre lassen einen schnell erahnen, warum dieser Baum so bedeutend für die Menschen der Insel ist. Zahlreiche Baobabs in Madagaskar erinnern wenig an den kleinen Baum im Garten meiner Tante.

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Sie sind gewaltig, majestätisch und darüber hinaus existentiell wichtig für das Überleben der Menschen, die sich rund um die Baumriesen angesiedelt haben. Sie dienen diesen nicht nur als Nahrungsquelle. Ihre Blätter werden auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt und die korkähnliche, feuerbeständige Rinde der Bäume dient den Menschen dort zudem als Baumaterial. In Trockenzeiten werden sie auch als lebende Wassertanks verwendet, indem die Bewohner den Baum teilweise aushöhlen und sich dort Regenwasser sammelt. Die Beziehung zwischen Mensch und Baobabs in Madagaskar geht jedoch noch tiefer. Besonders alte und große Baobabs werden als heilig angesehen und gelten als Wohnsitz von Geistern. Religiöse und medizinische Rituale finden häufig unter einem Baobab statt und wenn einer der Riesen fällt, wird um diesen getrauert. Wie Maitres Fotodokumentationen zeigen, passiert ein solcher Fall leider immer häufiger. Die Ursache dafür sind Brandrodungen, die in großen Teilen Madagaskars stattfinden. Die Baobabs selbst sind zwar feuerbeständig, ihre Wurzeln können in der zerstörten und verbrannten Erde jedoch oft nicht mehr genügend Halt finden.
Ich kann mir kaum vorstellen, wie traurig der Anblick eines gefallenen Baobab-Riesen sein muss. Jahrhundertelang wuchsen manche von ihnen auf bis zu 40 Meter Höhe und die größten von ihnen wiegen bis zu 250 Tonnen. Die Bilderreihe von Pascal Maitre hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie faszinierend die Natur ist und wie sehr sie oft durch den Menschen in Gefahr gebracht wird. Baobabs können, so die Meinung aus der wissenschaftlichen Botanik, ein Alter von bis zu 2000 Jahren erreichen. Hoffentlich trotzen einige Baobabs doch noch den Eingriffen der Menschen und wachsen weitere Hunderte von Jahren.

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