Vor- und Nachteile des Sigma sd Quattro SFD-Modus


Der SFD-Modus ist eines der wichtigsten neuen Features, die mit der Sigma sd Quattro eingeführt wurden. Dabei handelt es sich um eine Art von Mehrfachbelichtung, bei der 7 X3F-Dateien aufgenommen und zu einer riesigen X3I-Datei verrechnet werden. Die X3I-Datei kann genauso wie X3F-Dateien in Sigma Photo Pro entwickelt werden, wobei sämtliche Regler und Einstellungen zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass man u.a. Belichtung, Weißabgleich, Kontrast, Schärfe und X3 Fill Light anpassen kann.

Einige Infos vorweg:

  • X3I- und X3F-Dateien wurden mit den gleichen Einstellungen aufgenommen. Ich habe zwischen den Aufnahmen nur den Modus gewechselt.
  • Die X3Is in den Vergleichs-Crops sind immer links; die X3Fs rechts.
  • Wo immer es ging und es wichtig war, habe ich versucht die Einstellungen in SPP so zu wählen, dass die Bilder möglichst ähnlich aussehen. Das war aber nicht einfach, da X3Is blasser, heller und von den Farben her unterschiedlich sind.
  • Bei Flickr findet ihr die Fotos in voller Auflösung.

 

Wie sieht so eine X3I-Datei aus?

X3I-Dateien sind so etwas wie aufgemotzte X3F-Dateien, die besonders blass aussehen. So, als handle es sich um HDR-Bilder ohne Tone-Mapping. Hier zum Vergleich zuerst das JPG aus einer X3I-Datei und darunter ein JPG aus einer X3F-Datei – keines der beiden Bilder wurde bearbeitet.

SFD-no-edit

Dynamikumfang und Spitzlichterwiederherstellung

Dass X3I-Dateien kontrastlos erscheinen ist kein Zufall. Der Grund dafür ist ein im Vergleich zu einzelnen X3F-Deteien viel höherer Dynamikumfang. Dieser sorgt für einen beachtlichen Bearbeitungsspielraum, wie man unten sehen kann. Das erste JPG stammt von einem unbearbeiteten Vergleichs-X3F und zeigt wie die Szene ausgesehen hat. Der kleine Teil der Fassade ist deutlich überbelichtet.

SDIM0339-mehrfach-angeglichen

Sowohl bei der X3I- (links) als auch bei der X3F-Datei (rechts) habe ich versucht sämtliche Details wiederherzustellen. Mit der letzteren Datei klappte dies nicht so gut wie mit der ersteren.

SFD-Highlight-Recovery

Was gleich auffällt, ist, dass die Crops unterschiedlich aussehen. Das liegt aber nicht an den Einstellungen, diese waren gleich. Die Regler in SPP haben eine unterschiedliche Wirkung, abhängig davon ob eine X3I- oder eine X3F-Datei bearbeitet wird.

 

Rauschverhalten

Sogar im Baustellenfoto ganz am Anfang, welches keine besonders tiefen Schatten hat, ist der Unterschied sofort ersichtlich. X3I (links) ist hier sowohl in puncto Luminanzrauschen als auch Farbwolken deutlich im Vorteil.

SFD-Shadow-Noise-Crop

Interessant ist, dass sogar der Himmel im JPG aus dem X3I viel sauberer aussieht.

SFD-Sky-Noise-Crop

Bei einigen Food-Fotos, die ich für diesen Vergleich geschossen habe, sieht man den Vorteil von X3I-Dateien noch deutlicher. Das liegt an den tieferen Schatten und dem stärkeren Rauschen in den X3F-Dateien.

SDIM0341-mehrfach-angeglichen

SFD-Shadow-Noise-Crop-3

SDIM0343-einzel-angeglichen

SFD-Shadow-Noise-Crop-4

Mikrokontrast und Schärfe

Ich bin mir nicht sicher woran es liegt, aber auch der Mikrokontrast und die Schärfe scheinen in den X3I-Datein leicht höher zu sein. Ob das am geringeren Luminanzrauschen oder an meinem Stativ liegt, kann ich nicht sagen. Hier noch einmal die zwei Food-Fotos mit unterschiedlichen Crops.

SDIM0342-einzel

SFD-Micro-Contrast-Sharpness

SDIM0343-einzel-angeglichen

SFD-Micro-Contrast-Sharpness-2

Bewegte Motive

Wie man es bei einem Modus erwarten würde, welcher auf mehrere Aufnahmen setzt, ist der SFD-Modus nicht für bewegte Motive geeignet. Der folgende Crop eines Krans im Baustellenfoto, zeigt was passiert, wenn sich während der Aufnahme etwas im Bildausschnitt bewegt. Es ist davon auszugehen, dass der Effekt bei sich schneller bewegenden Motiven noch auffälliger wäre.

SFD-ghosting-Geisterbilder

Fazit

Bevor ich angefangen habe mich mit dem SFD-Modus zu beschäftigen, habe ich von diesem nicht zu viel erwartet. Ich war daher positiv überrascht, wie enorm dieser den Dynamikumfang und das Rauschverhalten verbessert. Der etwas höhere Mikrokontrast beziehungsweise Schärfe sind eine Dreingabe, die angesichts der ohnehin hervorragenden Foveon-Schärfe gar nicht nötig gewesen wäre. Es ist schade, dass der Modus nur bei unbewegten Motiven nutzbar ist.

 

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