Lost Places – fasziniert vom Verfall


Seit einiger Zeit scheint die Faszination an verlassenen Orten, international auch Lost Places genannt, zuzunehmen. Immer mehr Abenteurer und Fotografen weltweit machen sich auf die Suche nach diesen geheimnisvollen Orten. Urban Exploration (die Städte-Version des Lost Places-Kults) ist quasi zum Trend geworden und vor allem Fotografen, die ihre Entdeckungen über Social Media-Plattformen oder gar in digitalen Magazinen veröffentlichen, tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen diesem Trend folgen. Dabei entdecken die Urban Explorers Orte, die in keinem Reiseführer stehen und die nicht selten auch der Öffentlichkeit (eigentlich) nicht zugänglich sind. Natürlich, wie man sich denken kann, ist der Urban Explorer-Trend auch nicht immer völlig legal und wird dementsprechend oft nicht gern gesehen.

Image credits: Dale Tennyson


Was mich jedoch trotzdem wirklich daran fasziniert und begeistert, ist, dass einem dabei die eigene Stadt oder auch Touristen-Hotspots weltweit von einer ganz neuen Seite gezeigt werden und man oft sogar merkt, dass man die eigene Heimat gar nicht so gut kennt, wie man stets geglaubt hat.
Verfallene Lagerhallen, Großindustrien, die schon lange stillstehen, Villen, die ihren Glanz schon längst verloren haben, die Vielzahl an Entdeckungen, die die Urbexer und Lost-Places-Jäger machen und auch zum Teil mit ihren Smartphones oder Kameras festhalten, ist wirklich unglaublich. Oft sind es düstere, geheimnisvolle Szenen, bei denen ich mir meist die Frage stelle, ob ich überhaupt den Mut hätte, diese Orte zu betreten.

Schaurig schön sind dabei andere, vor allem jene Bilder, die zeigen, wie sich die Natur Stück für Stück und Tag für Tag Orte zurückholt, die ihr einst durch Menschenhand genommen wurden. Ein atemberaubendes Beispiel davon ist das Fischerdorf Houtouwan. Vor Jahrzehnten lebten dort zahlreiche Fischer mit ihren Familien. In den 1990er Jahren waren diese jedoch aufgrund der sinkenden Fischbestände gezwungen, den Ort zu verlassen. Die Natur hat seitdem das Dorf wieder zurückerobert und verwandelte es in eine märchenhafte Kulisse.

Image credits: brokenview

Image credits: baldeaglebluff

Image credits: Frank Grace

Auf mich üben diese Lost Places auf jeden Fall eine unglaubliche Faszination aus und ich kann viele der Urbexer oder Lost-Places-Jäger durchaus verstehen, wenn sie für diese Entdeckungen zum Teil bereit sind, Risiken einzugehen. Klar, man sollte seinen gesunden Menschenverstand dabei nicht zuhause lassen, nichts tun, was andere gefährden könnte, und seine eigenen Grenzen kennen. Aber ein bisschen raus aus der Komfortzone zu kommen und sich in unbekanntes Terrain zu begeben, kann doch auch manchmal Sinn machen. 😊

 

 

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