Sigma Photo Pro 6.6 ausprobiert


Mit der neusten und vor kurzem veröffentlichten Version 6.6 von Sigma Photo Pro ändert sich so einiges. Die meisten der neuen Features (siehe Change-Log unten) sollen SPP vielseitiger und vom Funktionsumfang einer Software wie Lightroom ähnlicher machen. Da ich aber bevorzugt Adobes Programm für die weitere Bearbeitung verwende, werde ich meinen Fokus auf die Performance-Verbesserungen legen.

Schauen wir uns als erstes das Change-Log an:

  • Es hat die Funktion „Vorverarbeitung“ integriert. Durch die Verwendung mit den RAW-Daten (X3F/X3I-Dateien) von dp Quattro- oder sd Quattro-Kameras ist die Software in der Lage, eine schnellere Bildanzeige im Übersichtsfenster zu ermöglichen und die Bilder mit höherer Geschwindigkeit zu speichern.
  • Es hat den „Tone Curve Editor“ in die Anpassungspalette aufgenommen, mit dem ein Bild teilweise angepasst werden kann.*
  • Es hat eine Funktion zum Bildvergleich im Quick-Check-Modus integriert und zeigt gleichzeitig zwei Bilder im Quick-Check-Fenster zum Vergleich an.
  • Es ist möglich, das Bild zu 100% im Übersichtsfenster anzuzeigen und der angeklickte Punkt wird im Bild zentriert.
  • Es hat die Funktion „Bewertung“ zum Bewerten von Bildern zwischen 1 und 5 sowie die Funktion „Beschriftung“ um Sortieren von Bildern in 5 verschiedene Farbgruppen integriert.
  • Es hat die Wirkung des Detail-Slider verbessert.
    Es wurden neue Schaltflächen „Alle auswählen“ und „Alle abwählen“ zu den „Batch-Einstellungen“ hinzugefügt.

* Nur für die RAW-Daten (X3F/X3I-Dateien) von dp Quattro- oder sd Quattro-Kameras.
* Ab SIGMA Photo Pro Ver. 6.6.0 ist es möglich, nur mit der 64-Bit-Version von Windows OS und nicht mehr mit der 32-Bit-Version von Windows OS zu arbeiten.

Wie bereits gesagt, die neuen Optionen beim Batch-Processing, Rating und Labelling sind eine willkommene Verbesserung, ich bin aber der Meinung, dass diese Teile des Workflows besser in einer Software wie Lightroom erledigt werden sollten.

Der neue Tone-Curve-Editor ist interessant, ich bevorzuge es aber derartige Anpassungen in Lightroom vorzunehmen. Das gehört für mich zum Feintuning, welches ich nicht im RAW-Converter (d.h. SPP) mache.

Kommen wir nun zur Performance. Ich habe das gleiche Foto kurz in SPP 6.5.4 und nach dem Update erneut in SPP 6.6 bearbeitet und dabei bei den wichtigsten Bearbeitungsschritten die Zeit gestoppt. Da sogar auf meinem schwachbrüstigen Laptop die Anpassung von Einstellungen im Tonal-Adjustments-Panel (Belichtung bis Fill-Light) in Echtzeit geschieht, kann ich mangels spezieller Ausrüstung nicht sagen, welche Version da schneller ist. Dafür kann ich etwas zum Öffnen eines X3Fs und anderen Schritten sagen, die etwas länger dauern.

Wichtig anzumerken ist, dass in meinem Notebook ein nicht besonders schneller Intel U-Prozessor mit zwei Kernen, vier Threads und einer TDP von gerade einmal 15W steckt. Es handelt sich also nicht um den perfekten Rechner für Bildbearbeitung in SPP, was spätestens beim Speichervorgang in SPP 6.5.4 klar sein sollte, der satte 42 Sekunden dauert.

Interessant ist, dass die Version 6.6 nicht immer schneller rechnet. Da wo sie es aber tut, ist der Unterschied nicht nur rein akademischer Natur, sondern deutlich spürbar. Beim Wechsel des Display-Modes muss man sagen, dass der zweite Modus in 6.6 ein bisschen anders funktioniert. Der Ausschnitt muss jedes Mal neu berechnet werden, wenn man ihn in der 100% Ansicht verändert. Beim Speichern ist mir dagegen kein „Haken“ aufgefallen. Hier ist die neue Version tatsächlich schneller. Bei allen anderen Schritten, außer dem Öffnen eines X3Fs, sind die Unterschiede derart gering und inkonsistent, dass sie kaum der Rede wert sind. Das Öffnen habe ich mehrmals wiederholt und da war die neue Version jedes einzige Mal langsamer.

Ich habe übrigens beide Male das gleiche Foto verwendet. Es handelt sich um das Foto, welches man im Screenshot ganz am Anfang sieht.

 

  1. Danke Lars für Deinen Bericht! Auf Anhieb sind mir bei der neuen Version die etwas längeren Exportzeiten aufgefallen (Volle Auflösung, TIF 16Bit).

    Insgesamt muss ich sagen, hat sich das Rendering und dadurch die Bildqualität bei den DP-Kameras durch Firmwareupdates (Kamera) und Weiterentwicklung von SPP seit dem Start der Reihe wirklich verbessert. Mit der Zeit habe ich auch gelernt mit dem nicht eben so üppigen Dynamikumfang meiner DPQ2 umzugehen. Wenn man es richtig macht, kann sie selbst in extremen Kontrastsituationen überzeugen.
    Anfangs habe ich aus Furcht vor Noise und Artefakten nur ISO100 verwendet. Die Basisempfindlichkeit des Sensors liegt jedoch bei ISO200, bei diesem Wert liefert er auch tatsächlich den besten Dynamikumfang. Bei extremen Kontrasten belichte ich bei ISO200 manchmal bis zu +2. Das sieht dann erstmal aus als wäre alles gnadenlos überbelichtet und kaum noch zu retten. In SPP ziehe ich dann den Belichtungsregler zurück (manchmal bis Anschlag). Und siehe da, die Zeichnung kehrt meist vollständig zurück. Aber nicht nur das, denn bei derart heftiger Überbelichtung profitieren die Schatten, diese sind dann sehr gut durchgezeichnet, schön farbig und rauscharm. D.h. man kann getrost den Schattenregler auf Maximum ziehen. Das Resultat dient mir als gut ausgesteuertes Ausgangsmaterial für weitere Bearbeitung in einer bekannten Bildbearbeitungssoftware 🙂

    Fazit: Die Quattro’s brauchen sich in puncto Spielraum kaum hinter gängigen Kameras verstecken, man muss sie nur zu händeln wissen 🙂

    Antwort

    1. „Insgesamt muss ich sagen, hat sich das Rendering und dadurch die Bildqualität bei den DP-Kameras durch Firmwareupdates (Kamera) und Weiterentwicklung von SPP seit dem Start der Reihe wirklich verbessert.“

      Ich habe die DPQs nicht mehr, das ist mir aber schon aufgefallen, als ich sie noch hatte. Ich kann mir vorstellen, das sich die BQ seitdem noch weiter verbessert hat.

      „Mit der Zeit habe ich auch gelernt mit dem nicht eben so üppigen Dynamikumfang meiner DPQ2 umzugehen. Wenn man es richtig macht, kann sie selbst in extremen Kontrastsituationen überzeugen.
      Anfangs habe ich aus Furcht vor Noise und Artefakten nur ISO100 verwendet. Die Basisempfindlichkeit des Sensors liegt jedoch bei ISO200, bei diesem Wert liefert er auch tatsächlich den besten Dynamikumfang. Bei extremen Kontrasten belichte ich bei ISO200 manchmal bis zu +2. Das sieht dann erstmal aus als wäre alles gnadenlos überbelichtet und kaum noch zu retten. In SPP ziehe ich dann den Belichtungsregler zurück (manchmal bis Anschlag). Und siehe da, die Zeichnung kehrt meist vollständig zurück.“

      Entweder so oder ISO100 und +1, und dann in SPP die Belichtung um 1EV reduzieren.

      „Aber nicht nur das, denn bei derart heftiger Überbelichtung profitieren die Schatten, diese sind dann sehr gut durchgezeichnet, schön farbig und rauscharm. D.h. man kann getrost den Schattenregler auf Maximum ziehen. Das Resultat dient mir als gut ausgesteuertes Ausgangsmaterial für weitere Bearbeitung in einer bekannten Bildbearbeitungssoftware 🙂“

      So mache ich es auch. Man könnte zwar den Großteil in SPP machen, aber LR finde ich fürs Feintuning einfach besser. 😉

      „Fazit: Die Quattro’s brauchen sich in puncto Spielraum kaum hinter gängigen Kameras verstecken, man muss sie nur zu händeln wissen 🙂“

      Da stimme ich dir voll und ganz zu. 🙂

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: