Wie weit gehen für das perfekte Foto?


Wir kennen sie inzwischen alle. Die Geschichten von Menschen, die sich beim Versuch, das perfekte Selfie zu machen, in Lebensgefahr bringen, irrsinnige Risiken eingehen oder gar dabei tödlich verunglücken. Jedes Mal, wenn ich so eine Geschichte höre, zweifle ich wirklich an der Entwicklung der Menschheit. Für ein Foto von sich selbst sterben? Das hätte man sich vor der Generation Smartphone wohl nicht vorstellen können. Über diesen Wahnsinn empören sich seit geraumer Zeit viele. Auch wir hier auf dem Fotogenerell-Blog haben uns schon einmal mit dem Thema auseinandergesetzt.

cara.jpg

 

Doch nicht immer sind es Selfie-Jäger der Generation Y, die sich für ein Foto enormen Risiken aussetzen. Profi-Fotografen und nicht nur jene, die sich im Feld des Fotojournalismus bewegen, scheuen oft keine Gefahr, wenn es darum geht, ein spektakuläres Foto zu schießen. Dabei handelt es sich oft nicht um die Gefahr für sie selbst, sondern nicht selten um die Gefahr für ihre Models.

So auch beim spektakulären Shooting für die #Don’tcrackunderpressure TAGHeuer Kampagne von David Yarrow. Zu sehen auf dem fertigen Bild ist Cara Delevingne, wie sie mit ernstem und kraftvollem Blick direkt in die Kamera blickt. Hinter ihr ein Löwe, der seine Zähne fletscht. Als ich das Foto im Rahmen der Kampagne zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mir nicht groß etwas dabei gedacht. In Zeiten von Photoshop und Co ist es ja wirklich nicht schwer, so ein Bild zusammenzubasteln. Als ich dann kurze Zeit später jedoch Bilder vom Making-Of gesehen habe, wurde mir bewusst, dass Cara Delivingne tatsächlich quasi ungeschützt (bis auf den Trainer des Löwen, der wenige Meter nebenbei gestanden hat) vor diesem Löwen gesessen ist. Das Shooting dauerte, wie der Fotograf in einem Interview mit dem Magazin „View“ bekanntgegeben hat, mehrere Tage, und obwohl Cara natürlich selbst verantwortlich ist und wahrscheinlich Unmengen an Geld für so ein Foto bekommt, war ich doch schockiert. Klar, das Foto ist unglaublich kraftvoll und, wie der Fotograf auf seiner Website sagt, für ihn ein ganz besonderer Moment in seiner Karriere. Ist es das jedoch wert, ein Menschenleben zu riskieren? Der Löwe mag zwar von einem Trainer begleitet sein, er ist jedoch trotzdem ein wildes Tier. Das haben auch der Fotograf und seine Crew nicht vergessen, denn, im Vergleich zu Cara, saß der Fotograf während des Shootings geschützt in einem Käfig.

Was meint ihr? Überschreitet die Menschheit mit dem derzeitigen Foto-Kult des Öfteren die Grenzen zum Wahnsinn?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: