Do’s und Don’ts in der Architekturfotografie


Fotografen, die sich mit dem Thema der Architekturfotografie beschäftigen, müssen bei ihren Aufnahmen einige wesentliche Dinge beachten. Generell kann jedes Gebäude, sei es noch so alt, als Motiv verwendet werden. Letztendlich ist das von der gewünschten Bildaussage abhängig. Die wichtigsten Do’s und Dont’s zum Thema Architekturfotografie haben wir euch hier zusammengefasst.

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Stürzende Linien

In der Architekturfotografie ist man ständig mit dem Problem der stürzenden Linien konfrontiert. Dieser Effekt kann sogar dazu führen, dass das Gebäude förmlich nach hinten zu kippen scheint. Je näher man einem Bauwerk kommt, umso schwieriger wird es dieses zu vermeiden. Es gibt aber einige Optionen, um diesen Effekt zu verringern bzw. ganz zu vermeiden:

  • Entfernung zum Gebäude verändern: Indem man seinen Standort vom Objekt weiter entfernt, verringern sich die fluchtenden Linien. Leider ist dies, vor allem in dicht bebauten Umgebungen nicht immer möglich und der Bildaufbau kann dabei leicht von anderen Elementen gestört werden.
  • Aufnahmestandort erhöhen: Wenn die Möglichkeit besteht, das Objekt von einem erhöhten Standort aus zu fotografieren, so nutzen Sie diese. Dadurch können stürzende Linien einfach vermieden werden.
  • Shiftobjektiv: Eine sehr kostspielige, aber wohl die beste Variante zur Vermeidung stürzender Linien ist der Einsatz eines Shiftobjektivs. Dieses ermöglicht es den Bildausschnitt nach oben zu verschieben und so den Effekt zu vermeiden.
  • Nachträgliche Bildkorrektur: Eine Bildbearbeitungssoftware, wie Photoshop, bietet bereits Funktionen an, die eine nachträgliche Korrektur der Linien ermöglichen. Dieses ist aber immer mit einem Verlust an Qualität und Pixeln verbunden.

Stürzende Linien sind in manchen Situationen durchaus gewünscht, denn man kann sie auch ganz gezielt als Gestaltungsmittel verwenden. Wie man es beispielsweise aus Fotografien mit Wolkenkratzern und einer zum Himmel geneigter Kamera kennt.

Schärfentiefe

Bei Aufnahmen von Bauwerken strebt man eine große Tiefenschärfe an. Das erreicht man am besten mit einer Blende von 8, oder einer Blende von 11. Schließt man die Blende zu weit, so kann es zur Beugungsunschärfe kommen. In Verbindung mit einer kleinen Blendenöffnung und einer längeren Belichtungszeit ist ein Stativ unbedingt notwendig. Am besten gemeinsam mit einem Fernauslöser, um ein mögliches Verwackeln zu verhindern.

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Weitwinkelobjektiv

Da in der Architekturfotografie große Blickwinkel erfasst werden, ist ein Weitwinkelobjektiv die beste Anschaffung. Für Aufnahmen im Außenbereich eignen sich Brennweiten zwischen 20mm und 35mm und im Innenbereich zwischen 14mm und 24 mm. Die richtige Brennweite ist in der Architekturfotografie entscheidend, um ein Gebäude, dessen Stimmung und oftmals auch die Umgebung richtig einzufangen.

Das Licht

In der Architekturfotografie ist man manchmal auf die Wetterverhältnisse und somit auch auf die sich ändernden Lichtverhältnisse angewiesen. Das Licht spielt dabei eine immense Rolle bei der Bildwirkung. Wer die Möglichkeit hat, sein Objekt über längere Zeit zu beobachten, der sollte diese auch nutzen. So lernt man das Gebäude zu den unterschiedlichsten Tageszeiten kennen und findet heraus zu welcher Zeit es seine Wirkung am besten entfaltet.

Bildkompostition

Eine weitere wichtige Rolle in der Architekturfotografie spielt die perfekte Komposition des Bildes. Es gilt im Vorhinein zu überlegen, welche Objekte des Umfeldes in den Bildaufbau mit einbezogen werden und welche nicht. Ein genauer und gründlicher Blick auf die gesamte Umgebung ist daher unerlässlich.

  • Umgebungselemente einbinden: Bei einigen Bauwerken ist es notwendig gewisse Umgebungselemente in den Bildaufbau mit einzubinden. Beispielsweise ist eine Brücke nur dann als solche erkennbar, wenn der von ihr überspannte Raum im Bild sichtbar ist.
  • Personen und bewegliche Objekte: Sich bewegende Objekte bringen Dynamik in das Bild. Es entstehen spannende Verhältnisse und Situationen zwischen den Personen und dem Gebäude.
  • Bildausschnitt wählen: Durch einen geringeren Bildausschnitt kann der Fotograf Details, besondere Strukturen und Eigenschaften eines Gebäudes in Szene setzen.

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Fazit

Architekturfotografie benötigt Zeit. Um ein Bauwerk gekonnt in Szene zu setzen, ist es eine wichtige Voraussetzung dieses in den unterschiedlichsten Situationen und zu den verschiedensten Lichtverhältnissen zu kennen. Die bevorzugte Brennweite ist dabei ein Weitwinkelobjektiv, um einen möglichst großen Bildwinkel einzufangen. Wer Gebäude fotografieren möchte, sollte sich also vorab einige Gedanken über das gewünschte Bildergebnis machen, um so effektiver arbeiten zu können.

 

  1. Tolle Bilder. Und die Tipps, kann ich gut gebrauchen
    Lieben Gruß
    Andrea

    Antwort

    1. Danke dir Andrea! 🙂 Freut uns sehr! Ganz liebe Grüße

      Antwort

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