Jean-Baptiste Mondino – eine Ikone fotografiert Ikonen


Die 1980er waren das Jahrzehnt, das Jean-Baptiste Mondino zur Ikone machte. Bis heute sind seine Bilder von Schauspielerinnen und Sängern weltweit bekannt und sein Stil unverkennbar. Die Liste an Ikonen, die er abgelichtet hat, ist endlos: von Madonna, David Bowie, Prince über Björk, Lenny Kravitz bis hin zu Sting. Er gilt auch als einer der wichtigsten und einflussreichsten Werbefotografen und das, obwohl er stets bemüht war, so wenig massentauglich wie möglich zu fotografieren. Seine Vorliebe für Tabubrüche ist bekannt und sein Erfolg wahrscheinlich genau darauf begründet.
Dass er überhaupt Fotograf wurde, ist dabei eher einem Zufall zu verdanken, denn eigentlich wollte er Musiker werden. Als er, so erzählt er zumindest in mehreren Interviews, einen Auftritt seines Idols Jimi Hendrix live erlebte und diesen spielen sah, gab er den Traum, Musiker zu werden, sofort auf, weil ihm bewusst wurde, dass er nie so gut werden würde wie Jimi. Er arbeitete zu dieser Zeit in einer Werbeagentur und verbrachte viel Zeit in der Musikszene. Sein erstes Coverfoto machte er für Freunde, die einen Plattenvertrag erhielten und damals, so der Fotograf, ist es ihm noch gar nicht in den Sinn gekommen, dass er einmal als Fotograf erfolgreich sein könnte.

2.jpg

Kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, dass viele der berühmtesten Plattencover der Welt von ihm stammen. Wer kann schon das Cover von Prince vergessen, auf welchem sich der Künstler nackt auf einer Blume räkelt? Oder Grace Jones‘ „Island Life“-Cover?

madonna
Von der heutigen, bildüberfluteten, von Instagram getragenen Zeit hält er nichts. Er hat weder einen Instagram-Account noch befasst er sich mit dem Medium, denn dort gebe es keine Möglichkeit mehr, zur Ikone zu werden. Im Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard meinte er, dass Instagram zu einer Demokratisierung von Berühmtheit geführt hat. Er denkt, dass heute jeder singen, fotografieren und sich Fans ansammeln kann und dass er der Meinung ist, dass künftige Ikonen nicht aus der Welt der Künste kommen werden, sondern aus der Wissenschaft.

Auch wenn es für mich als Fotografin kein schöner Gedanke ist, muss ich zugeben, dass ich Jean-Baptiste da schon recht gebe. Man kann zwar heute sicher auch noch mit seiner Kunst berühmt werden, doch in der Masse an „Berühmtheiten“ nicht unterzugehen und zur Ikone emporzusteigen, das denke ich, ist heute fast unmöglich geworden.

Was meint ihr? Denkt ihr, er hat Recht?

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: