Madame d’Ora – Pionierin der Fotografie


Madame d’Ora, allein dieser Name lasst einen neugierig werden.  Wer sie noch nicht kennt, Madame d’Ora, alias Dora Kallmus war eine Pionierin der Fotografie und zählt zu den einflussreichsten Fotografinnen in der Geschichte der Fotografie.

Zur Zeit der Madame d’Ora war die Fotografie eine klare Männerdomäne. Nichtsdestotrotz schaffte es die Fotografin, in kürzester Zeit zu gefragtesten Fotografin Wiens zu werden. Wien, damals gefüllt mit Künstlern, deren Namen heute jeder kennt, schien auf die Linse von Dora Kallmus gewartet zu haben.


Alles, was in Wiens Gesellschaft damals Rang und Namen hatte, egal ob Musiker, Maler, Ärzte, Bankiers, Rechtsanwälte oder Politiker, ließ sich von ihr fotografieren. Darüber hinaus gilt sie auch als eine der ersten Modefotografinnen Wiens. Sie wurde unter anderem von französischen Modemagazinen gebucht und sie verbrachte einen immer größeren Teil ihrer Zeit in Frankreich.

Doch nicht nur ihre Glanz- und Glamour-Fotos machten die Fotografin international bekannt. Sie widmete sich im Laufe ihrer Karriere und vor allem nach dem Siegeszug der Nazis wurden ihre Bilder zunehmend ernster, schockierender und düsterer. Als Jüdin verlor sie im Jahr 1940 ihr Atelier in Wien und musste sich jahrelang vor deutschen Besatzungssoldaten in Frankreich verstecken. Im Gegensatz zu ihrer Schwester entkam sie den Nazis am Ende. Sie kehrte 1946 nach Wien zurück und legte ihren Fokus nach Kriegsende auf das Fotografieren von Kriegsflüchtlingen, das zerstörte Wien und Heimkehrern aus den Konzentrationslagern.

Egal ob Modefotografie, glamouröse Portraits oder schockierend bewegende Nachkriegsfotografie. Ihre Bilder tragen eine klare Handschrift und ihr Stil hat die Welt der Fotografie mitgeprägt.

Im Laufe ihres Lebens entstanden rund 90.000 Aufnahmen. Der größte Teil dieser Fotografien ist heute im Besitz der Österreichischen Nationalbank, des Albertina Museums und des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Immer wieder hat man jedoch die Möglichkeit, ihre Werke in Ausstellungen weltweit zu betrachten. Vor kurzem zum Beispiel in der Ausstellung „Madame d’Ora. Machen Sie mich schön!“ im Leopold Museum in Wien.

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