Die Macht der Fotografie – Lu Guang


Fotografie ist, wie wir alle wissen, mehr als nur „schöne Bilder machen“. Fotografie hat und hatte schon immer die Kraft und die Macht Überzeugungen, Meinungen und Ansichten zu beeinflussen. Sie kann aufklären, aufdecken, bewusst machen, sie kann Freude und Hoffnung schenken, sie kann aber auch täuschen, verschleiern und gefährlich sein.

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Diese Macht der Fotografie ist nichts Neues. Egal ob Werbung, Politik oder gar Religion – seit es die Fotografie gibt, wurde sie für die unterschiedlichsten Interessen, Zwecke und Agenden instrumentalisiert. Oft können diese Macht und dieser Einfluss der Fotografie auch gefährlich sein. Gefährlich für jene, die sich davon beeinflussen lassen, die sich Weltanschauungen oder Meinungen aneignen, die auf manipulierten oder instrumentalisierten Bildern beruhen. Aber auch für jene, die mit ihrer Arbeit versuchen, aufzuklären, und die Menschheit Dinge sehen zu lassen, die gesehen werden müssen. Einer der Fotografen, der sich das „hinschauen Lassen“ zur Mission gemacht hat, ist Lu Guang. Ich habe euch in einem früheren Beitrag schon einmal von ihm erzählt. Hier könnt ihr diesen nachlesen. Lu Guang hat für seine Mission die ständige Gefahr für sein Leben stets in Kauf genommen. Er hat sich nicht von Regierungen einschüchtern lassen, die nicht wollten, dass er Dinge und Zustände, die sie zu vertuschen versuchen, in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rückt. Die zahlreichen Awards, die er über die Jahre für seine Arbeit bekommen hat, machten ihn zunehmend zu einer Bedrohung. Vor allem, was China und die Realitäten der Bevölkerung und der Umwelt dort angeht, hat er mit seinen Fotos international für Aufruhr gesorgt. Man kann sich nur vorstellen, wie das den Mächten Chinas selbst gefallen hat…

Seit einigen Wochen ist Lu Guang nun verschwunden. Bisher gibt es nur Spekulationen darüber, was mit ihm passiert sein könnte. Seiner Frau Xu wurde erklärt, dass er gemeinsam mit einem anderen Fotografen von der Staatssicherheitsbehörde weggebracht wurde.

Mehr Informationen über die Gründe oder den Zustand, in dem sich die Fotografen jetzt befinden, gibt es bisher nicht. Die GfbV – Gesellschaft für bedrohte Völker – vermutet aber, dass das Verschwinden der Fotografen mit der dramatischen Verschlechterung der Menschenrechtslage in Xinjiang , dem Teil Chinas, in dem sich die Fotografen zuletzt befanden, zu tun hat.

Man kann nur hoffen, dass Lu Guang und sein Kollege unversehrt wieder frei gelassen und dass sie sich niemals davon abhalten lassen werden, mit ihren Fotos die Wahrheit ein Stück weiter ans Licht zu bringen. Die Arbeit von Lu Guang und allen anderen Fotografen dieser Welt, die sich dieser Mission widmen, ist so unglaublich wichtig.

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